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Auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere wagt die dänische Singer/Songwriterin Tina Dico einen Aufbruch zu neuen Ufern. Ihr Credo: „Lieber ein Abenteuer, als gewohnheitsmäßige Routine.“ Und so klingt auch ihr neues Album: mutig, anders – aber vor allem wie gewohnt: eindringlich!


Als Tina Dico vor einigen Monaten ihr neues Album in Angriff nehmen wollte, dachte sie zunächst, alles könne gewohnheitsmäßig ablaufen. Die Dänin mit Wohnsitz in Reykjavik ist seit 17 Jahren als Solokünstlerin erfolgreich, ihre Diskografie führt zehn Alben. Nun stand also das elfte an, und Tina Dico machte sich an die Arbeit. Sie schnappte sich ihre Gitarre und spielte drauf los, auf der Suche nach Ideen, Melodien, Songs. Doch es passierte: nichts. „Die Gitarre sprach nicht mehr zu mir“, sagt sie. Ein Schockmoment, denn Tina Dico und ihre Gitarre, das ist eine wahnsinnig enge Beziehung. „Doch was immer ich versuchte: Jede Idee, die ich entwickelte, schien mir nicht relevant zu sein. Ich schrieb Fragmente von Liedern, die objektiv ganz gut waren. Für mich jedoch hatten sie keine Bedeutung.“

  Bei Tina Dico läuteten alle Alarmglocken, denn wenn die neuen Songs zwar ganz okay sind, aber für die Künstlerin selbst keine Relevanz besitzen, droht Routine, droht business as usual. Und dafür ist diese Singer/Songwriterin nicht zu haben. Die Fans lieben Tina Dico für die einzigartige Dringlichkeit und Sinnlichkeit ihrer Musik. Da muss man sich nur noch mal die Ausschnitte von ihren zwei sensationellen Auftritten in der Hafenkneipe Schellfischposten bei „Inas Nacht“ anschauen: Wenn Tina Dico ihre Lieder singt, dann ist nichts gewöhnlich, nichts routiniert. „Genau diese Dringlichkeit musste wieder her. Also änderte ich alles. Ich setzte mich ans Schlagzeug und trommelte. Ich kramte ein paar alte Keyboards aus der Ecke und probierte die seltsamsten Sounds aus, schnallte mir den Bass um und erfand Rhythmen.“ Und plötzlich lief es, als hätten diese Instrumente die Blockade gelöst. „Ich schrieb neue Lieder, arrangierte ein paar ältere Ideen komplett neu – und so ist Schritt für Schritt das neue Album entstanden.“

FASTLAND heißt das neue Werk, vier Jahre nach dem Album WHISPERS, das sie in Dänemark zum fünften Mal an die Spitze der Charts und in Deutschland bis auf Platz 26 führte – so hoch hatte sich noch keine ihrer Platten zuvor platziert. Live spielte Tina Dico kurz vor Weihnachten 2017 ein schon jetzt legendäres Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie, bei dem sie die Songs ihres Durchbruchalbums COUNT TO TEN akustisch spielte – und zwar so intensiv, dass man im riesigen Saal eine Stecknadel hätte fallen hören können. Im Mai gab sie Frederik von Dänemark, dem Kronprinzen ihres Heimatlandes, ein Geburtstagsständchen: Sie spielte für ihn den eigens für diesen Anlass komponierten Song „Adams House“ vor 12.500 Zuschauern in der Royal Arena in Kopenhagen und 1,4 Millionen vor dem Fernseher. Es läuft also glänzend bei Tina Dico. Und doch ist FASTLAND ein Werk des Aufbruchs.

Für den Albumtitel hat Tina Dico das dänische Wort FASTLAND gefunden, es steht für „Festland“. Andere Künstler geben ihren Alben einen Namen, der sich nett liest oder gut vermarkten lässt. Bei Tina Dico steckt hinter dem Titel eine sehr persönliche Theorie: „FASTLAND ist mein Kommentar zur modernen Welt, in der die Dinge immer in Bewegung sind.“ – „I used to be fastland/ Now I’m a movement“, singt Tina Dico bei  „Not Even Close“. „Bewegung ist allgegenwärtig, unsere Leben verflüssigen sich“, erklärt sie diese Zeilen. „Zum Beispiel haben wir heute keine Beziehung mehr zueinander, wir sind diese Beziehungen. Früher habe ich ohne Handy in Dänemark gelebt, tagelang konnte mich niemand erreichen. Heute bin ich immer erreichbar, ich kommuniziere ständig, nehme Beziehungen auf, verwalte sie.“ Nicht, dass das schlimm wäre – Tina Dico ist keine Kulturpessimistin. Zwar hinterfragt sie im modern arrangierten Soulpop-Stück „Fancy“ den Materialismus und Konsumterror des modernen Lebens. „Trotzdem liebe ich dieses chaotische Abenteuer. Ich merke aber auch, dass es mir guttut, in dieser verflüssigten Welt weiter einen Halt zu besitzen. Ein Festland.“

Dieses Festland ist ihre Familie. Und dieses Festland ist die Musik. „Sie gibt mir seit meiner Kindheit Halt, wenn um mich herum der Ozean tobt“, sagt sie. Stundenlang kann man mit Tina Dico über die Musikerinnen reden, die sie als Mädchen in Dänemark inspiriert haben, allen voran Tracy Chapman – „eine Frau, über die ich damals nichts wusste und deren Lieder mir trotzdem so nahe waren, als handele es sich um Briefe von der besten Freundin.“ Schlusspunkt von FASTLAND ist daher „Something I Can Keep“, eine wunderbare Ode an die Musik: „There’s a song for every age you’ve been through/ It will always be the same, it will always be with you.“

 Immer wieder erlebt Tina Dico, dass sie selbst eine Menge Lieder geschrieben hat, die für ihre Fans die Welt bedeuten. „Ein absolut wunderbares und unvergleichliches Gefühl“, wie sie sagt. Aber auch ein Auftrag: Niemals Routine, niemals business as usual. FASTLAND beweist eindrucksvoll, dass Tina Dico diesen Auftrag sehr ernst nimmt. Das Resultat: Nie klang diese außergewöhnliche Singer/Songwriterin reflektierter und zwingender. FASTLAND ist ein Abenteuer mit Happy End.

 

„Fastland“ erscheint am 28.09.2018 bei CNTCT/BMG.

 

 


Tour Dates

http://tinadico.com/shows/ 

Kulturnews, guitar, guitar acoustic, vevo und Tonspion präsentieren:

TINA DICO Tour 2018

15.10.2018 Köln Philharmonie

16.10.2018 München Circus Krone

17.10.2018 Stuttgart Theaterhaus

19.10.2018 Leipzig Gewandhaus

20.10.2018 Offenbach   Capitol

21.10.2018 Saarlouis Theater am Ring

14.11.2018 Hannover Theater am Aegi

15.11.2018 Bremen Glocke

16.11.2018 Erfurt Alte Oper

17.11.2018 Dortmund Konzerthaus

18.11.2018 Berlin Admiralspalast

 

Fotocredit: Samantha West